Die Gesundheitspolizei auf Streife

Auch wenn der Rotfuchs in vielerlei Hinsicht den Katzen sehr ähnlich ist, zählt man ihn zu den Wildhunden. Er ist ein richtiger Anpassungskünstler und findet sich sowohl noch nördlich des Polarkreises aber auch in fast tropischen Regionen zurecht. In unseren Breiten zieht er gerne durch die Wälder oder sucht auf den Äckern und Wiesen nach Beute. Auch der Wildpark wird von mehreren wildlebenden Füchsen durchstreift.

Als sogenannter „Kulturfolger“ trifft man das dämmerungs- und nachtaktive Tier immer häufiger in Siedlungsgebieten. Dort findet er zahlreiche Möglichkeiten, die ihm als Unterschlupf dienen und vor allem ein großes Nahrungsangebot. Er bedient sich gerne an den Mülltonnen und frisst alles, was er zwischen die Zähne bekommt. Zu seinem Speiseplan gehören zum Beispiel Früchte, Regenwürmer, Kaninchen und am liebsten Mäuse. Oftmals sind ihm die flinken Kaninchen aber zu schnell und er bekommt meistens nur die Langsamen, Geschwächten zu fassen. Somit arbeitet der Rotfuchs also als Gesundheitspolizist und kann mit dafür sorgen, dass sich Krankheiten bei anderen Tieren nicht weiter ausbreiten. Auch viele überfahrene Tiere am Straßenrand und sonstiges Aas werden vom Rotfuchs beseitigt.

Die vier bis sechs Jungen werden in einem geschützten Fuchsbau zur Welt gebracht.
Es kommt zwar nur selten vor, aber manchmal haben Spaziergänger schon einen kleinen Welpen gesehen und gar nicht gewusst, dass es sich um einen Fuchs handelt. Vielleicht dachten sie sogar erschreckt, es wäre ein Junges von einem wild lebenden Wolf. Die kleinen Rotfüchse sehen nämlich noch gar nicht aus wie die Erwachsenen. Ihr Fell ist zunächst ganz grau und flauschig. Doch sobald die Tiere älter werden, beginnt der Fellwechsel. Erst dann bekommen sie ihr typisches rotbraunes Fell. Die männlichen Tiere werden wie bei unseren Haushunden „Rüden“ genannt. Einen weiblichen Rotfuchs bezeichnet man als Füchsin oder auch als „Fähe“.

Der Rotfuchs kann die Krankheit Tollwut übertragen, weswegen er in der Vergangenheit stark bejagt wurde. Heute aber können sich die Menschen durch eine Impfung beim Arzt vor der Infektion schützen. Zusätzlich werden Impfstoffköder mit Flugzeugen verteilt, damit die Tiere immunisiert werden. Seit einiger Zeit werden nur noch sehr selten Fälle von Tollwut bei Wild- und Haustieren gemeldet.

Gehör, Riech- und Sehvermögen sind beim Rotfuchs besonders gut ausgeprägt. Die Ohren sind spitz und wie ein Schalltrichter geformt. Sie können fast in alle Richtungen gedreht werden. Die vielen Haare dienen dem Schutz vor Ungeziefer und Dreck. Der Geruchssinn des Fuchses mit mehreren Millionen Riechzellen ist so fein, dass er allein damit seine Beute ausmachen und ergreifen könnte. Nichts desto trotz hat er auch noch sehr gute Augen, mit denen er selbst bei Dunkelheit ausgezeichnet sieht.


Schon gewusst?

Rein theoretisch wäre es denkbar, dass ein Haushund und ein Rotfuchs gemeinsam Nachkommen zeugen. Doch in freier Wildbahn würden sie sich, obwohl beide zur Familie der Hunde gehören, jedoch nicht paaren. Außerdem sorgt auch ein anderer Aspekt dafür, dass keine Hund/Rotfuchs-Mischlinge geboren werden. Der Grund sind unterschiedliche Chromosomenzahlen. Chromosomen bestehen unter anderem aus DNA. Die DNA speichert die Erbinformation. Wir Menschen haben 46 Chromosomen. Dabei stammt genau eine Hälfte vom Vater, die andere von der Mutter. Das ist der Grund, warum wir unseren Eltern ähneln. Da aber Füchse 34 bis 38 Chromosomen besitzen und Hunde sogar 78 geht hier die Rechnung nicht auf. Hunde und Rotfüchse können sich nicht gemeinsam fortpflanzen.